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Tipps fürs Beten zu Hause

Tipps fürs Beten zu Hause
Tipps fürs Beten zu Hause

Das Coronavirus bestimmt aktuell unser Leben: Schulen und Kitas sind geschlossen, Geschäfte, Bars, Kinos und sämtliche Freizeitangebote fallen weg und es finden keine öffentlichen Gottesdienste mehr statt.

Doch eines verbindet uns: Wir wissen, dass wir im Gebet vereint sind. Viele Menschen beten – nun eben oft zu Hause.

Bischof Georg hat in seinem Fastenhirtenbrief das Thema „Beten“ aufgegriffen:

https://hirtenwort.bistumlimburg.de/

https://hirtenwort.bistumlimburg.de/fileadmin/redaktion/Portal/Meldungen/2020/Hirtenwort/Fastenhirtenwort_und_Impulse_2020_web.pdf

Madeleine Delbrêl, eine französische katholische Mystikerin und Schriftstellerin, hat sich viele Gedanken darüber gemacht, wie man Gottes Gegenwart spüren und darauf antworten kann. So schreibt sie zum Beispiel:

„Mag uns ein Tag noch so grau und schwer erscheinen, welch ein Aufleuchten für uns, wenn wir an all die hintereinander gereihten Begegnungen denken. Welche Freude, zu wissen, dass wir unsere Augen zu Deinem Angesicht heben können, ganz allein, während die Suppe langsam aufkocht, während wir beim Telefon auf den Anschluss warten, während wir an der Haltestelle nach dem Bus Ausschau halten, während wir eine Treppe hinaufsteigen, während wir im Garten für den Salat ein wenig Petersilie holen.“[1]

„Um in unserem Leben (...) Gebetsschächte einzurichten, gilt es, im Voraus die spärlich verfügbaren Räume zu entdecken, die dafür günstigsten Augenblicke auszukundschaften; wahrzunehmen, welche am besten jene Stunden versorgen können, da unser Glaube, unsere Hoffnung, unsere Liebe sich abnutzen, zu versiegen scheinen.“[2]

 

 

[1] Madeleine Delbrêl, Gebet in einem weltlichen Leben, Freiburg 1993, 82

[2] Madeleine Delbrêl, Gebet in einem weltlichen Leben, Freiburg 1993, 82

Gott ist auch bei uns zu Hause und so können wir zu Hause beten und Gottesdienst feiern.

Dabei begegnen uns oft grundlegende Fragen:

Wie kann man sich zu Hause eine entsprechende Atmosphäre schaffen?

Wie kann man zu Hause beten?

Was kann helfen?

Hier ein paar Tipps!

Suchen Sie sich dabei das aus, was zu Ihnen passt – diese Sammlung soll und kann als Anregung dienen und hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

  • Suchen sie sich einen Ort, an dem Sie sich wohl fühlen.
  • Natürlich ist auch mitten in der Arbeit an Ihrem Arbeitsplatz / Schreibtisch ein Gebet möglich.
  • Räumen Sie alles für den Moment zur Seite, was stören könnte. Es fällt Ihnen leichter, ruhig zu werden, wenn um Sie herum ebenfalls Ruhe herrscht.
  • Sie können sich auch einen (festen) Platz zu Hause reservieren und für das Gebet einrichten.
  • Beides ist möglich.
  • Schaffen Sie sich Zeiten, in denen Sie alleine beten können. Zum Beispiel, indem Sie Ihre Arbeit kurz und ganz bewusst unterbrechen.
  • Treffen Sie sich mit Ihrer Familie und beten Sie gemeinsam. Machen sie dazu eine bestimmte Uhrzeit aus. Das hilft, den Tag zu strukturieren.
  • Binden Sie alle mit ein.
  • Kinder können eine Kerze anzünden oder etwas vorlesen, Bewegungen zu Liedern (mit)machen oder ein Instrument spielen,...
  • Gemeinsam können Bilder einer Kinderbibel zu einer biblischen Geschichte betrachtet werden.
  • Es können Bilder oder Briefe als Gebet geschrieben oder gemalt werden.
  • Beten Sie vor und / oder nach dem Essen.
  • Nehmen Sie sich Zeit für ein bewusstes „Danke“ oder „Bitte“ – oder für eine kleine Gebets-Feier / einen kleinen Gottesdienst (das kann ganz kurz sein).
  • Wenn Sie es regelmäßig und bestenfalls immer zur gleichen Zeit tun, werden Sie mit regelmäßiger Gebetspraxis vertraut.
  • Grundsätzlich gilt: Gott ist immer da und immer ansprechbar. Tagsüber, nachts, in guten wie in schlechten Zeiten.
  • Wenn Sie ein Kreuz haben – stellen oder legen Sie es zu sich.
  • Legen Sie die Bibel dazu – vielleicht wollen Sie etwas nachschlagen? Wenn Sie eine bestimmte Bibelstelle suchen, kann Ihnen https://www.bibleserver.com/ helfen, die richtige Stelle zu finden.
  • Suchen Sie sich eine Gebetshaltung, die zu Ihnen passt: Sitzen auf einem Stuhl oder auf dem Boden, knien oder Gebetshocker, Hände gefaltet oder offen im Schoß,…
  • Zünden Sie eine Kerze an.
  • Legen Sie eventuell ein schönes Tuch unter und gestalten Sie sich den Platz des Gebets.
  • Legen Sie bewusst Handy, Laptop, Buch, Fernbedienung für den Fernseher,… für einen Moment auf die Seite.
  • Im Gotteslob der Katholischen Kirche finden Sie viele Anregungen und Gebete. Es ist bewusst so aufgebaut, dass es nicht nur für den Gottesdienst in der Kirche gedacht ist, sondern im Alltag begleiten kann.
  • Wenn Sie kein Gotteslob zu Hause haben, fragen Sie in Ihrem Pfarrbüro, ob Sie eines (oder mehrere) aus der Kirche ausleihen dürfen.
  • Rituale und Gesten helfen beim Beten.
  • Beginnen und enden Sie mit dem Kreuzzeichen.
  • Kinder können ihre Eltern und Eltern ihre Kinder mit einem Kreuzzeichen segnen.
  • Das „Vater unser“ oder andere bekannte Gebete können helfen, die Gedanken zusammen zu fassen.
  • Zünden Sie bewusst eine Kerze für Menschen an, an die sie gerade denken und die nicht bei Ihnen sein können.
  • Bitten können wie in einem Tagebuch aufgeschrieben werden.
  • Beten Sie zum Beispiel, immer wenn Sie Hände waschen, das Vater unser – und verbinden Sie so den Schutz vor den Viren mit Ihrem Gebetsleben.
  • Stellen Sie um 19.30 Uhr am Abend eine brennende Kerze ans Fenster und beten sie ein Vater unser – deutschlandweit beten Sie zu dieser Zeit nicht alleine…
  • Überlegen Sie gemeinsam, wofür Sie dankbar sein können. Auch dies kann regelmäßig aufnotiert werden.
  • Gönnen Sie sich einen Moment der bewussten Stille.
  • Wenn Ihnen beim Beten nichts einfällt oder Ihnen in manchen Situationen des Lebens schlicht die Worte fehlen: Sagen sie nichts. "Euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet", verspricht uns Jesus (Mt 6,8).
  • Manchmal erhört Gott unsere Gebete schon, bevor wir sie überhaupt aussprechen. Die Bibel sagt das so: "Schon ehe sie rufen, gebe ich Antwort, während sie noch reden, erhöre ich sie." (Jes 65,24)
  • Wählen Sie sich eine Bibelstelle aus.

          Hier finden Sie die Bibelstellen vom Tag
          (katholische Leseordnung):

          https://erzabtei-beuron.de/schott/
          schott_anz/index.html

          Oder suchen Sie sich eine
          andere Bibelstelle selbst aus.

  • Suchen Sie sich Lieder heraus – aus dem Gotteslob, aus dem „Jungen Gotteslob – Ein Segen sein“ oder aus anderen Sammlungen. Nicht umsonst heißt es „Wer singt, betet doppelt“.
  • Sie können auch andere Lieder einbauen, die thematisch passen und nicht zuallererst für Gottesdienste geschrieben wurden (sogenannte Popsongs).
  • Seien Sie kreativ – für Sich und für mitfeiernde Kinder. Malen, basteln, singen, beten, tanzen, experimentieren, schreiben,… alles, was zur kreativen Auseinandersetzung mit dem Bibeltext und dem Gespräch mit Gott dient, ist erlaubt.

               Haben Sie schon einmal einen Brief / ein Bild für Gott gemalt?

               Wann kann etwas auf dem Wasser schwimmen und wie?

               Wie schnell wächst Getreide und was kann man tun?

               Experimentieren Sie, warum eine Kerze besser
               auf einen Leuchter gestellt wird als unter ein Gefäß.

               Bibelstellen können auch von mehreren Menschen abwechselnd vorgelesen,
               gemeinsam als spannendes Hörspiel inszeniert oder ein kleine Video dazu gedreht werden.

               …oder, oder, oder,…

  • Rahmen Sie die kleine Andacht mit dem Kreuzzeichen am Anfang und dem Segen zum Schluss.
  • Überlegen Sie gemeinsam, an wen Sie in den Fürbitten denken und um was Sie Gott für diese anderen Menschen ganz konkret bitten wollen.
  • Benutzen Sie vorformulierte Gebete (zum Beispiel aus dem Gotteslob) oder beten Sie „frei von der Leber weg“. Am besten ist es, beim Beten aufrichtig, ernsthaft und ehrlich zu sich selbst zu sein – und damit vor Gott. Nur geradeheraus mit der Sprache, direkt und ohne Scheu! Bevor Sie beginnen, denken Sie darüber nach, wofür Sie dankbar sind und worum Sie von Herzen bitten möchten. Halten Sie Ihr Gebet einfach, keine langen Sätze und keine komplizierten Erklärungen. Und bitte kein magisches Verständnis vom Gebet: Sie können mit Gott ganz konkret sprechen, ohne Worthülsen und abstrakte Formeln. Das können auch schon Kinder ganz leicht erlernen.
  • Reden Sie in der Andacht normal und benutzen keine Floskeln – Ihre Mitbeterinnen und Mitbeter wollen Sie ja verstehen…

Madeleine Delbrêl möchte „Gott einen Ort sichern“ in der Alltagswelt, unabhängig von sakralen Räumen. Sie und ihre Gefährtinnen verstanden sich dabei als eine kleine Zelle von Kirche, die das Feuer des Glaubens hüten möchte und gerade deshalb immer in Bewegung bleiben muss. Sie schreibt dazu an einem scheinbar ganz profanen Ort wie einem Pariser Szene-Café:

„Weil deine Augen in den unsren erwachen, weil dein Herz sich öffnet in unserm Herzen“, ist dieses Café „nun kein profaner Ort mehr…“ (OC III 65).

 

Auch wir können zu Hause solche kleinen Zellen von Kirche sein – jeder für sich und doch in der Gewissheit, im Gebet miteinander vereint zu sein.

https://www.katholisch.de/artikel/10898-zehn-tipps-fuer-ein-gutes-gebet

 

 

Liturgische Impulse finden Sie unter anderem auch hier:

https://bistumlimburg.de/beitrag/angebote-und-aktionen/

 

 

Bischof Georg möchte auch von Kindern wissen, wie sie beten. Mehr dazu hier:

https://familienpastoral.bistumlimburg.de/beitrag/schreib-dem-bischof/

 

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